Mit dem Frege-Preis ehrt die GAP alle drei Jahre eine Person aus der deutschsprachigen analytischen Philosophie für herausragende Leistungen auf diesem Gebiet.
Modalitäten
Die GAP veröffentlicht vor jedem GAP-Kongress einen Aufruf als Mitteilung und per E-Mail an alle GAP-Mitglieder, Vorschläge für die nächste Preisträger:in einzureichen. Dabei können Personen aus allen Bereichen der analytischen Philosophie ausgezeichnet werden. Ein inhaltlicher Bezug zu Freges Werk ist für die Nominierung nicht erforderlich.
Die Jury besteht aus dem Vorstand der GAP. Der Preis ist undotiert, doch zu Ehren der Preisträger:in wird auf dem GAP-Kongress ein Kolloquium veranstaltet.
Preisträger:innen
Hannes Leitgeb ist Professor für Logik und Sprachphilosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Gründer des Munich Center for Mathematical Philosophy (MCMP). Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Logik, Philosophie der Logik, Erkenntnistheorie, Philosophie der Mathematik und formalen Philosophie. Nach seinem Studium in Salzburg promovierte er dort 1998 in Mathematik und 2001 in Philosophie. Nach Stationen in Stanford und Bristol übernahm er 2010 eine Alexander-von-Humboldt-Professur in München. Er ist Mitglied der Leopoldina und der Academia Europaea. 2025 erhielt er neben dem Frege-Preis auch den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis.
Martine Nida-Rümelin ist Professorin für Philosophie an der Universität Fribourg (Schweiz). Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Philosophie des Geistes, der Erkenntnistheorie und der Sprachphilosophie, mit besonderem Fokus auf dem phänomenalen Bewusstsein und der Identität bewusstseinsfähiger Wesen über die Zeit und über mögliche Welten hinweg. Nach ihrem Studium der Philosophie, Psychologie, Mathematik und Politikwissenschaft an der LMU München promovierte sie mit einer Arbeit zum Wissensargument Frank Jacksons und habilitierte sich mit einer nicht-reduktionistischen Theorie personaler Identität. Ihre Variante des Gedankenexperiments „Marys Zimmer“ wurde von John Perry als „Nida-Rümelin-Zimmer“ bezeichnet. Seit 1999 lehrt sie in Fribourg; den größten Teil ihres Werks widmet sie der Entwicklung einer nicht-materialistischen Position, die sie als Subjekt-Körper-Dualismus bezeichnet. 2019 wurde sie mit dem Jean-Nicod-Preis ausgezeichnet.
Dieter Birnbacher war bis zu seiner Emeritierung 2012 Professor für Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der angewandten Ethik, insbesondere Bio- und Medizinethik sowie Umweltethik und Zukunftsethik. Nach seinem Studium in Düsseldorf, Cambridge und Hamburg promovierte er 1973 in Hamburg und habilitierte sich 1988 in Essen. Nach einer Professur in Dortmund übernahm er 1996 die Professur in Düsseldorf. Er ist Mitglied der Leopoldina und war von 2013 bis 2016 Vorsitzender der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer.
Wolfgang Spohn war bis 2018 Professor für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Universität Konstanz, von 2019 bis 2025 war er Seniorprofessor an der Universität Tübingen. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der formalen Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie, philosophischen Logik, Sprachphilosophie, Metaphysik und Entscheidungstheorie. Nach seinem Studium in München promovierte er dort 1976 über Entscheidungstheorie und habilitierte sich 1984 mit einer Arbeit zur Kausalität. Nach Professuren in Regensburg und Bielefeld übernahm er 1996 die Professur in Konstanz. 2012 erhielt er den Lakatos Award der London School of Economics und 2024 die Ehrendoktorwürde der LMU München. Er ist Mitglied der Leopoldina und der Academia Europaea. Er war geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift Erkenntnis, Sprecher zweier DFG-Forschungsgruppen, Ko-Initiator eines DFG-Schwerpunktprogramms und Leiter eines Reinhart-Koselleck-Projektes.
Rüdiger Bittner ist emeritierter Professor für Philosophie an der Universität Bielefeld. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der praktischen Philosophie, insbesondere Ethik und Handlungstheorie. Nach seinem Studium in Tübingen, Berlin, Heidelberg und Harvard promovierte er 1970 in Heidelberg über Kants Begriff der Dialektik. 1982 habilitierte er sich an der FU Berlin. Nach Tätigkeiten als Lecturer in Princeton und Professuren in Hildesheim und Yale übernahm er 1991 die Professur in Bielefeld.
Wolfgang Künne war bis zu seiner Emeritierung 2010 Professor für Philosophie an der Universität Hamburg. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Sprachphilosophie, Metaphysik, philosophischen Logik und der Frühgeschichte der analytischen Philosophie in Prag, Jena und Cambridge. Er hat umfangreiche Forschungen zu Wahrheitstheorien sowie zu den Werken von Gottlob Frege und Bernard Bolzano publiziert. Er war Vorsitzender der Interakademischen Leibniz-Kommission und Präsident der Internationalen Bolzano-Gesellschaft. Er ist Mitglied der Academia Europaea, der Göttinger Akademie der Wissenschaften und Fellow of the British Academy.
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Zur Benennung des Preises
Dieser Preis ist nach dem bedeutenden Philosophen und Logiker Gottlob Frege (1848–1925) benannt. Angesichts dessen antisemitischer Äußerungen in seinen posthum veröffentlichten Tagebüchern hat die GAP in den Jahren 2024 und 2025 intensiv darüber diskutiert, ob diese Benennung beibehalten werden soll. Weiterlesen →