Wissenschaftsfreiheit unter Druck

Details

Start: 27.05.2026

End: 29.05.2026

Location: Schloss Herrenhausen, Hannover

Type: Konferenz

Description

Die jüngsten Eingriffe in Forschungsförderung und Hochschulorganisation in den USA haben Fragen der Wissenschaftsfreiheit mit neuer Dringlichkeit auf die öffentliche Agenda gesetzt. Suspendierte Forschungsprojekte, politische Vorgaben für Universitäten und Eingriffe in institutionelle Autonomie zeigen, wie verletzlich selbst hochentwickelte Systeme wissenschaftlicher Selbstverwaltung werden können – insbesondere dann, wenn ihre Finanzierungsstrukturen politisch konditionierbar sind.

Diese Entwicklungen sind keine nordamerikanischen Kuriositäten. Wissenschaftliche Wissensproduktion erfolgt heute in globaler Interdependenz; zugleich finden zentrale hochschul- und wissenschaftspolitische Konfliktlinien – etwa um Diversität, Identitätspolitik, Expertenkulturen oder institutionelle Autorität – längst auch in Europa Resonanz. Hinzu treten grundlegende Fragen nach dem Verhältnis von epistemischer und politischer Macht, von Wissenschaftsfreiheit und Meinungsfreiheit, von normativer Orientierung und wissenschaftlicher Neutralität sowie nach den Grenzen zwischen Forschung und politischem Aktivismus.

Vor diesem Hintergrund bedarf es einer vertieften Reflexion der normativen, institutionellen und politischen Voraussetzungen wissenschaftlicher Freiheit. Zwar existieren im deutschsprachigen Raum einschlägige Debatten und Forschungszusammenhänge, insbesondere in Rechtswissenschaft und Philosophie; charakteristisch ist bislang jedoch eine geringe interdisziplinäre Verzahnung. Auch die wissenschaftsnahe Wissenschaftspolitik bleibt häufig eigentümlich davon getrennt.

Die Tagung soll unterschiedliche disziplinäre Perspektiven zusammenführen und einen Raum für gemeinsame Reflexion über Gegenwart und Zukunft der Wissenschaftsfreiheit eröffnen.

Teil der Veranstaltung ist ein öffentliches Podium (28. Mai), das von Michael Mair (Deutschlandfunk Kultur) moderiert und im Livestream übertragen wird.

Programm:

Mittwoch, 27. Mai

18:00 Uhr

Registrierung

19:00 Uhr

Begrüßung

Dinner & Dinner Speech

Casper Hirschi

21:30 Uhr Ende 1. Tag

Donnerstag, 28. Mai

08:30 Uhr Registrierung

09:15 Uhr – 10:45 Uhr Funktionen/Zwecke/Rechtfertigungen der Wissenschaftsfreiheit

Sabine Döring

Klaus Ferdinand Gärditz

Chair: Georg Schütte

10:45 Uhr – 11:15 Uhr Kaffeepause

11:15 Uhr – 12:45 Uhr Wissenschaft und Moral im Prisma der Wissenschaftsfreiheit

Peter Strohschneider

Tim Henning

Chair: Jens Martin Gurr

12:45 Uhr – 14:30 Uhr Mittagessen

14:30 Uhr – 16:00 Uhr Hate speech, Tabus und Wissenschaftsfreiheit

Judith Froese

Christine Bratu

Chair: Julian Krüper

16:00 Uhr – 16:30 Uhr Kaffeepause

16:30 Uhr -18 Uhr Folgen aus der Wissenschaftsfreiheit partizipative Rechte in der

Wissenschaftsorganisation?

Torsten Wilholt

Hans Michael Heinig

Chair: Tobias Rosefeldt

18:00 Uhr – 20:00 Uhr Abendessen

20:00 Uhr Herrenhausen Extra (öffentlicher Abendvortrag)

Wissenschaftsfreiheit unter Druck? Zwischen Trumpismus und

„Cancel Culture“

Susanne Baer

Tobias Dünow

Sascha Spoun

Moderation: Martin Mair

Empfang bei Brezel und Getränk

Freitag, 29. Mai

08:30 Uhr Registrierung

09:00 Uhr – 10:30 Uhr Wissenschaftsfreiheit und Wissenschaftsfinanzierung

Birgitta Wolff

Jörg Niewöhner

Ilyas Saliba

Chair: Manuel Hartung

10:30 Uhr – 11:00 Uhr Kaffeepause

11:00 Uhr – 12:30 Uhr Politische Aktivierung von Wissenschaft von oben und unten – im

Lichte der Wissenschaftsfreiheit

Geert Keil

Alexander Bogner

Uwe Volkmann

Chair: Romy Jaster

12:30 Uhr – 13:00 Uhr Abschlussrunde mit Tagungsbeobachtern

Michael Zürn

Ralf Fücks

13:00 Uhr Kleiner Imbiss

14:00 Uhr Ende der Veranstaltung

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