Seit 2013 bietet die Lucerne Master Class Doktorierenden aus der Schweiz und dem Ausland einen intensiven Austausch mit international renommierten Forscherinnen und Forschern. Bis zu 16 Doktorierende werden nach Luzern eingeladen, davon stellen 12 ihre Forschungsprojekte vor und erhalten Feedback von Ypi und den anderen Teilnehmenden.
Ausgangspunkt für die Master Class mit Lea Ypi ist die Diagnose eines „Zeitalters der Unvernunft“, in dem der globale Kapitalismus nicht nur soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten vertieft, sondern zugleich die gesellschaftlichen und institutionellen Bedingungen aushöhlt, die Menschen zu selbstständigem moralischem Urteilen befähigen. Im Zentrum steht dabei die Unterscheidung zwischen Freiheit als Wahlfreiheit und Freiheit als Handlungsfähigkeit (agency). Der Fokus liegt auf einer gemeinsamen Analyse gegenwärtiger Krisen, die sowohl aus politischer als auch aus philosophischer Perspektive betrachtet werden. Diskutiert werden die Rolle von Märkten, die Funktion von Recht und Staat sowie die Bedingungen politischen Fortschritts unter den Voraussetzungen der gegenwärtigen Globalisierung.
Die Ausschreibung richtet sich an Doktorierende, die zu verwandten Themen arbeiten. Die Teilnehmenden haben die Gelegenheit zur Präsentation und Diskussion ihrer Forschung und zur gemeinsamen Lektüre und Analyse der Zusammenhänge zwischen Ungleichheit und Handlungsfähigkeit (Agency).